Schlittenhundesport an der Ostgrenze Europas

Als ich im Juli nach Estland kam war hier noch Sommer und an Zughundesport noch nicht zu denken. Durch einen guten Bekannten bekam ich den Tipp, was hier oben an Rennen veranstaltet wird: der Baltic-Cup. Mittlerweile macht er Station in 5 Ländern: Litauen, Lettland, Estland, Russland und Weißrussland. Letztes Jahr gab es noch 2 Stationen an denen ich teilnehmen konnte, in Lettland und Estland. Am Anfang war der Plan nur in Estland zu starten, da mich aber die Neugier packte, meldete ich auch für Lettland. Das Rennen fand am 22./23. Oktober statt, circa 4 Stunden von Tallinn entfernt. Die Anmeldung lief problemlos und überhaupt gab es alle Informationen neben der Landessprache auch in Englisch und Russisch. Zum ersten Rennen reisten wir 4 gemeinsam und waren Freitagabend in unserer Unterkunft, einer Schule. Vorher wollte ich gern noch melden und wissen, wo das Rennen genau stattfand, aber leider war abends keiner anzutreffen und der Stake our sehr leer. Ich erfuhr dann auch noch, dass das Rennen erst 13 Uhr startet und ich bis 11 Uhr da sein müsste. Gut, erster Unterschied zu den Rennen, die ich in Deutschland gefahren bin. 

Morgens nach dem Frühstück packten wir alles ein und fuhren 10 min zum Stake out. Dort gab es eine tierärztliche Kontrolle der Hunde, inklusive Chip ablesen und einen Materialcheck. Dabei lernte ich auch, das beim Scooter fahren die Leine direkt am Roller sein muss und nicht am Bauchgurt. Gut, nachdem alles geklärt war, fand um 12 Uhr die offizielle Eröffnung statt, inklusive der Brandmarkung.


Da ich die einzige Deutsch war, war klar, wir fallen auf. Wir unterhielten uns sofort gut mit den einzigen Finnen, die auch in Scooter 2 starteten. 

Das Rennen an sich war super, die Strecke total abwechslungsreich und schnell. Am ersten Tag kam ich gleich zu spät zum Start, da meine Uhr und die Rennuhr wohl nicht dieselbe Zeit hatten… nichts desto trotz fuhr ich die 4,4 km in 16:48min und war damit 8. von 8! Das war also auch ein Unterschied zu den Rennen in Deutschland, die ich bisher gefahren bin, ich war langsamste. Aber der Grund des Mitmachens war ja auch nicht gewinnen, sondern Spaß haben! Und den hatte ich. 


Der Musherabend fand mit gutem Essen in der Turnhalle der Schule statt und es gab auch noch ein Quiz, welches sich die lettischen Veranstalter ausgedacht hatten. Ein schöner Zeitvertreib mit Preisen der Sponsoren!

Am Sonntag startete das Rennen um 10 Uhr und ich ging beruhigt auf die Strecke, schließlich war ich ja letzte und es gab keinerlei Stress mehr, denn es war unmöglich die anderen Starter einzuholen. Wir nutzten es als schönes Training, überholten ein junges Huskygespann und spielten für sie Hase. Überhaupt war es sehr entspannt auf der Strecke, die schnellsten der schnellen rauschten einfach an einem vorbei, ohne das die Hunde auch nur zuckten. In der Zeit des Wartens wurde noch ein kleiner Teamwettbewerb veranstaltet. Jeweils 3 verschiedene Teilnehmer (eines Landes) traten im CaniCross, Biken und Scootern gegeneinander an. Selbst das Zuschauen machte Spaß, auch wenn die Teilnehmer es alle sehr ernst nahmen. 
Das Rennen in Estland fand am 05./06. November statt und dieses Mal war ich allein mit den Hunden unterwegs. Ich hatte wieder ein kleines, nettes Zimmer, direkt mit Blick auf Start und Ziel. Interessant war dieses Mal, dass es geschneit hatte, es aber ein Dryland Rennen war. Was wurde also gemacht? Richtig, es wurde die Strecke geräumt! Tja, in Deutschland wünscht man sich Schnee und hier war er eben zu früh…


Unterschied zu Lettland war, dass man dieses Mal einen Zeitmesser am Körper hatte, der beim Durchfahren von Start und Ziel aktiviert und deaktiviert wurde. Sonst war es auch hier wieder alles unproblematisch und machte Spaß. Die Strecke war jetzt 6km lang und ich nach dem ersten Tag vorletzte- wenn sich das von Rennen zu Rennen steigert, dann gewinne  ich bald… Spaß beiseite, auch in Estland erlebte ich 2 tolle, gut organisierte Tage und ich freue mich schon auf die gesamte Etappe! Denn dieses Jahr werde ich versuchen alle 6 Rennen zu fahren- wann kommt man schließlich sonst mit Hunden nach Russland? Eine einmalige Gelegenheit!

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